Deutsche Snowkite-Vizemeister Dank Autozug der Deutschen Bahn - Interview mit Stefan Permien

Er kam, er sah, er siegte – zumindest beinah! Bei der 4. Internationalen Deutschen Snowkite-Meisterschaft auf dem Reschensee in Südtirol hat sich der Kieler Kitesurfer Stefan Permien (23) die Vizemeisterschaft gesichert. Im Freestyle mit dem Snowboard beeindruckte er die Jury mit seinem Tricks und Sprüngen und mußte sich am Ende nur dem Deutsch-Österreicher Heinar Brandstötter (23, Mondsee) geschlagen geben.
Für Stefan Permien ein sensationelles und auch überraschendes Ergebnis, denn der 23-jährige hatte bis dahin überhaupt keine Snowkite-Erfahrungen. Die 4. Internationale Deutsche Snowkite-Meisterschaft war sein erster Einsatz auf Schnee. Vier Tage vor dem Event probierte er zum ersten Mal im Leben das Kiten mit dem Snowboard. Snowkite-meisterschaft.de hat mit dem Kieler gesprochen

Wir: Wie erklärst Du Dir diesen sensationellen Erfolg? Lag´s an der bequemen Anreise mit dem Autozug der Deutschen Bahn?
Stefan: Könnte sein (lacht)! Ehrlich gesagt, habe ich von der Reise gar nicht so viel mitgekriegt. Ich hab fast die ganze Fahrt von Hamburg nach München im Zug geschlafen – immerhin acht Stunden. Die restlichen drei Autostunden von München zum Reschensee waren echt ein Klacks. So war ich fit, als wir ankamen und konnte gleich mit dem Training anfangen. Wenn ich die ganze Strecke mit dem Auto gefahren wäre – 10 Stunden und mehr – dann hätte ich mich erst einmal einen Tag hinhauen können. Also, stimmt schon irgendwie. Dank Autozug der Deutschen Bahn bin ich Vizemeister (grienst breit)!
Wir: Erfahrungen mit Snowkiten hattest Du ja vor der Meisterschaft noch nicht. Aber hast Du wenigstens schon mal auf einem Snowboard gestanden?
Stefan: Gestanden schon. Aber ich bin nie wirklich Snowboard gefahren. Ich kannmich erinnern, dass ich als kleins Kind mal irgendwie auf Ski unterwges war. So als 5-jähriger vielleicht. Aber so richtig in den Winterurlaub gefahren sind meine Eltern jedenfalls nie mit mir. Und später hatte ich nie den Drang, irgendwohin zum Snowboarden zu fahren. Prinzipiell ziehe ich warmes Wasser gefrorenem Wasser vor (lacht schon wieder).
Wir: Wie hast Du Dich denn auf die Snowkite-Meisterschaft vorbereitet – ohne Schnee und Snowboard in Kiel?
Stefan: Ich habe versucht, die Tage vorher ein paar Tricks auf dem Wasser zu üben, die ich sicher stehe. Normalerweise nimmt man´s auf Wasser eher auf die leichte Schulter – passiert ja nichts, wenn man fällt. Klares Ziel beim Training war es aber diesmal, alles zu stehen und nicht zu fallen. Und das hat auch gut geklappt., finde ich. Insgesamt war ich drei Stunden auf dem Wasser, habe Frontmob, 3-1-3 und andere Wakestyle-Tricks geübt. Und was soll ich sagen – ich bin nicht einmal reingefallen (Anmerkung der Redaktion: Angeber!!!)
Wir: Was ist der größte Unterschied zwischen Wasser und Schnee?
Stefan: Schnee ist härter (lacht wieder - Anm.d.Red.: Offenbar ein sehr lustiger Mensch!). Spaß bei Seite: Der Absprung ist schwieriger zu bekommen. Man kommt nicht so hoch raus. Das liegt vielleicht daran, dass man keine Finnen hat. Aber prinzipiell glaube ich, dass man auf Schnee theoretische alles machen kann, was auch auf Wasser geht. Aber man braucht auf jeden Fall dickere Ei… also mehr Überwindung. Weil man ja weiß, dass man härter fällt….
Wir: Wirst Du auch nächstes Jahr bei der Snowkitemeisterschaft antreten?
Stefan: Also, wenn´s in meinen engen Terminplan paßt, dann auf jeden Fall. Ich will nächsten Winter endlich mal wieder nach Kaptadt zum trainieren fahren. Und ganz nebenbei studiere ich ja auch noch Chemie. Das macht man auch nicht so nebenbei.
Wir: Was hast Du Dir für diesen Sommer vorgenommen?
Stefan: Ich will auf alle Fälle meinen Gesamtsieg bei der SEAT Kitesurf-Tropyh verteidigen. Und natürlich möchte ich gern Deutscher Meister werden, logisch! Auf Wasser bin ich ja auch nur Vizemeister. Das könnte sich aber dieses Jahr mit meinem neuen Kite von Kite Factory ändern. Mit dem Schirm bin ich ohne Training Vizemeister im Snowkiten geworden. Jetzt stell Dir mal vor, was da mit Training beim Kitesurfen alles möglich ist (grinst vielsagend). Und ansonsten gibt´s dann ja noch den Kitesurf-Worldcup auf Sylt, den ich bestimmt mitfahren werde – schon allein, weil Sylt so geil ist.
Wir: Also, da geht offenbar Einiges dieses Jahr bei Dir. Wir freuen uns auf Dich bei der SEAT Kitesurf-Trophy und beim Kitesurf Worldcup auf Sylt. Vielen Dank für das Gespräch!








